Gericht kippt die Sperrung der L707 / Nordhelle

Foto der Abschlusskundgebung gegen die Sperrung der L707

Aufnahme der Benzinmenschen.de

Am heutigen 30.Mai 2018 rief mich unser Anwalt an, und erklärte, dass das Verwaltungsgericht Arnsberg unserem Eilantrag gegen die Sperrung der Nordhelle stattgegeben hat.

Zuerst einmal haben meine Mitstreiter und ich uns natürlich gefreut. Aber schon im Laufe des Tages trudelten weitere Infos ein. Der Märkische Kreis wird vorraussichtlich Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung einlegen. Ob dies Erfolg haben wird, muss die nächste Instanz entscheiden. Auch die endgültige Entscheidung wird erst in der Zukunft gefällt.

Wir vom BVDM e.V. haben versucht auf dem Mailweg zu erfahren, ob denn nun auch die Mittelschwellen wieder angebracht werden. Jedoch haben wir keine Infos dazu erhalten. Es bleibt abzuwarten, wie das Gericht in dieser Sache endgültig entscheiden wird. Natürlich hoffen wir, dass es zu keinen nennenswerten Unfällen durch Motorradfahrer auf der Strecke kommen wird. Auch wünschen wir uns, dass die Lärmbelastung der Anwohner nicht zunimmt.

Die Polizei hat in den letzten Wochen gezeigt das Personal vorhanden ist. Schließlich wurde das Fahrverbot doch sehr stark überwacht. Wir unterstützen die Behörden im Kampf gegen Verkehrsteilnehmer die sich nicht an die Regeln halten!

Der BVDM e.V. distanziert sich von den Motorradfahrern die zu schnell und /oder zu laut unterwegs sind.

Wir haben es alle in der Gashand, ob diese vorläufige Gerichtsentscheidung Bestand hat.

Fahrt vorsichtig und anständig und rechnet auch mit den Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer.

 

 

10 Gedanken zu „Gericht kippt die Sperrung der L707 / Nordhelle

  1. Und schon am ersten Tag nach Aufheben der Sperrung wurden wieder Straßenrennen gefahren. Nach wie vor hält man sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Einen Krankenwageneinsatz hat es auch schon gegeben. DIREKT AM ERSTEN TAG. Ich sehe es nicht mehr ein mich von Euch terrorisieren zu lassen. Ihr gefährdet unsere Gesundheit. Wir können unsere Kinder bei schönem Wetter aus Angst nicht mehr draußen spielen lassen. NUR WEIL IHR NICHT BEREIT SEID EUCH AN REGELN ZU HALTEN. Es wäre alles kein Problem, wenn Ihr euch einfach an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten würdet. Aber Ihr tut es einfach nicht. Also werden die Anwohner alles mögliche tun um die Sperrung durchzusetzen. Und erzählt mir nichts von Ausnahmen und das Ihr doch auch KFZ-Steuer zahlt. Das es Ausnahmen sind, ist eine Lüge. Und KFZ-Steuer zahle ich auch und klage dennoch nicht über „Anlieger frei“ Schilder, verkehrsberuhigte Zonen oder Ähnliches.

    Es ist für mich unverständlich, dass in einem Rechtsstaat Deutschland unrecht geduldet werden muss, nur weil eine Lobby dahinter steht. Und ebenso unverständlich bleibt für mich, wie Ihr als Verein überhaupt kein Unrechtsempfinden zeigt und gegen Maßnahmen wie diese Sperrung ankämpft anstatt endlich mal gegen diejenigen vorzugehen, die für solche Sperrungen verantwortlich sind. (Kleine Denkhilfe, es sind nicht die Anwohner, sondern diejenigen von Euch die zu laut und zu schnell sind). Also macht nur genau so weiter, dann könnt ihr Eure Rennmaschinen irgendwann nur noch auf der Autobahn fahren.

    • Guten Tag,

      Ich als Motorrad Fahrer kann beide Seiten nachvollziehen. Es nervt mich selbst auch, das manche Motorrad Fahrer die Regeln brechen. Die teilweise 50mal die selbe Strecke rauf und runter fahren (meist auch mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit) und somit die Anwohner vorsätzlich belästigen. Die somit auch Streckensperrungen beschleunigen bzw. das Bild des vernünftigen Motorrad Fahrers beschädigen und runter ziehen.

      Ich versuche oft diesen Motorrad Fahrern denn Standpunkt der Anwohner näher zu bringen oder die Fehler aufzuzeigen die sie begehen. Auch suche ich das Gespräch mit denn Anwohnern, um die Sicht des Motorrad Fahrers näher zu bringen was vielleicht die Wogen glättet. Manchmal wollen sie das aber leider nicht verstehen, beharren dann auf ihren Standpunkt und möchten kein Schritt aufeinander zu gehen. Das ist natürlich nicht der richtige weg, denn hass bringt keine Seite weiter.

      Es gibt immer und überall gewisse Leute die Regeln brechen und ich finde es schade das dann eine gesamte Gemeinschaft über einen Kamm geschert wird.

  2. Lieber Martin,

    warum wechselst Du nicht den Wohnort, wenn Dich die Motorradfahrer im Sommer so nerven?

    Weißt Du wie viele Menschen unter der Lärmbelästigung von Flughäfen leiden? Frag mal Menschen, welche in Frankfurt/Offenbach am Main oder in Hamburg wohnen. Das interessiert auch niemanden. Hauptsache die Leute können für 100 EURO nach Malle fliegen. Schön das diese Fliegerei auch noch von unserem Staat mitfinanziert wird oder denkst Du wirklich das Ryanair in Deutschland Steuern zahlt. Frag doch mal die Leute in Offenbach am Main, welche von der neuen Startbahn Nordwest betroffen sind, ob sie sich weiter, bei jedem Wetter übrigends, von der Fliegerei terrorisieren lassen wollen.
    Was ist mit den Leuten, denen eine Bundesstraße vor die Nase gebaut wird? Tja, Pech gehabt. Hauptsache unser Primark, Amazon und Co. – Zeug wird rechtzeitig geliefert.

    Wenn Du so um Deine Gesundheit besorgt bist, warum setzt Du Dich nicht dafür ein, dass Dieselfahrzeuge nicht mehr über die Nordhelle fahren dürfen, oder glaubst Du ernsthaft die halten die Abgas-Normen ein, mit denen sie zugelassen worden? Und wird den Diesel-Autos entsprechend die Betriebserlaubnis entzogen?
    Wehe jemand fährt aber Motorrad ohne DB-Killer. Da wird das Motorrad sofort stillgelegt. (Ich fahre übrigends nur MIT DB-Killer.) So viel zum Thema Gleichbehandlung in Deutschland. Es ist ein schlechter Witz wie Motorradfahrern in Deutschland drangsaliert werden.
    Nichts für ungut, aber ich selbst habe lange Zeit in der Einflugschneise eines Flughafens gewohnt und auch schon an einer Einfallstraße in den Schwarzwald. Ich sage Dir aus eigener Erfahrung der Motorradlärm von Einzelnen schwarzen Schafen ist ein Witz gegen Fluglärm oder den Auswirkungen von Autolärm und Abgasen an vielbefahrenen Straßen.

    Viele Grüße
    Tom

    • Hallo Thomas,

      Du hast das Problem doch selbst erkannt. In Deutschland gibt es immer weniger Orte, in denen man frei von Lärm- oder sonstiger Umweltbelastung leben kann. Ein Grund mehr, die wenigen verbliebenen Orte zu schützen. Und genau wie sich Menschen andernorts gegen den Bau von Flughäfen, Kraftwerken oder Autobahnen vor ihre Haustür wehren oder gegen VW klagen, wehre ich mich gegen die „inoffizielle Rennstrecke“ l707. Und das ist auch richtig so. Denn wenn immer Unrecht geduldet werden müsste, nur weil man woanders damit auch durchgekommen ist, wo käme unsere Gesellschaft hin?

      Nehmen wir an, ein Betreiber wollte eine Rennstrecke für Motorräder bauen. Vor meiner oder Deiner Haustür. Wir sind uns da doch wahrscheinlich einig, dass er damit nicht durchkäme, weil sowohl wir beide sowie unsere Nachbarn sich dagegen wehren würden (anstatt wegzuziehen). Hier im Fall der l707 gibt es aber keinen „offiziellen Antrag auf den Bau einer Rennstrecke“. Hier hat sich einfach eine große Anzahl von Motorradfahrern zusammengetan und es einfach so zu ihrer privaten Rennstrecke erklärt. Es sind keine einzelnen schwarzen Schafe, es sind schwarze Schafsherden, die sich hier aus ganz NRW zusammenrotten um diesen 2km langen Nordhang den ganzen Tag rauf und runter zu fahren (ausnahmslos ganz ganz große Helden).

      Ich habe einmal im Ruhrgebiet an der A40 gelebt. Zeitweise unter einer Autobahnbrücke an der A45. Dort war der Lärm bei weitem nicht so unerträglich wie im Naturpark Ebbegebirge. Warum? Lärm, der von einem Berg ins Tal fällt strahlt anders und lässt sich auch nicht durch einfache Schallschutzwände aufhalten, wie es z.B. direkt an einer Autobahn möglich ist. Dazu gibt es Studien. Kannst Du googeln, falls es dich interessiert. Außerdem ist das wiederholte Beschleunigen von 0 auf 200 deutlich unangenehmer, als ein kontinuierlicher Verkehrsfluss. Aber solche Argumente könnten wir wahrscheinlich stundenlang austauschen, ohne das einer von seiner Position abweicht.

      Die knapp zusammengefasst Wahrheit ist-> keiner wollte hier von Anfang an eine Sperrung. Keiner wollte hier Motorradfahrer diskriminieren. Wir wollten nur dass die sinnlosen Straßenrennen aufhören. Trotz aller Maßnahmen nehmen diese jedoch kontinuierlich zu. Ich möchte an dieser Stelle auch keinen Motorradfahrer kritisieren, nur weil er Motorrad fährt.

      Der einzige Grund warum ich hier das alles überhaupt schreibe ist, dass ich hoffe, dass der BVDM sich seiner Verantwortung bewusst wird und endlich anfängt gegen diejenigen vorzugehen, die Anwohner dazu nötigen, sich mit Maßnahmen wie Streckensperrungen zu wehren. Klar fühlt sich euer (Bundes)Verband mächtig, wenn er mit über 2000 Motorrädern in einem kleinen Dörfchen anreist und lautstark gegen eine Sperrung protestiert. Doch wenn Euch wirklich daran gelegen ist echte Lösungen zu finden, solltet Ihr als BUNDES-Verband vielleicht mal anfange auf Bundesebene nach Lösungen zu suchen. Denn (ich weiß, ich wiederhole mich) der eigentliche Grund für solche Sperrungen, hier sowie woanders, sind zu schnelle und zu laute Motorradfahrer, die sich nicht an bestehenden Regeln halten.

      Also… ich wünsche den „nicht schwarzen Schafen“ unter Euch, weiterhin eine gute Fahrt und freie Straßen.

  3. Hallo Martin,

    Danke für Deine Antwort. Dies ist und wird wohl ein leidiges Thema bleiben.

    Das hängt denke ich letztlich am Egoismus des Einzelnen, der sich in Deutschland in den letzten Jahren eher zum Negativen entwickelt hat.

    Dir alles Gute und viele Grüße

    Tom

    • Hallo,

      Ich denke dann wäre es an anderer Stelle passiert.

      Die Sperrungen verhindern aus meiner Sicht nicht. Wie viele Strassen wurden denn bisher für Autofahrer gesperrt, weil dort zu viele schwere Autounfälle passiert sind.

      Gruss Michael

  4. Auch auf die Gefahr hin, dass ich Euch nerve, ein letztet Beitrag an dieser Stelle meinerseits, mit der Bitte, dass Herr Wilczynksi in persönlich beantwortet.

    Nur drei Tage nach Aufhebung der Sperrung kam es zum ersten tragischen Unfall an der l707. Ein junger Mann stürzt auf seinem Krad, und wird von einem anderen jungen Mann überfahren.

    Hier die reinen Fakten:
    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/65850/3960025

    Und nun meine Frage an Herrn Wilczynsky. Sind Sie sich Ihrer Verantwortung und der Ihres Vereins überhaupt bewusst? Sind Sie sich auch nur ansatzweise dessen Bewusst, welche Konsequenzen Ihre Klage gegen die Sperrung der l707 hat? Falls ja, stellt sich für mich die Frage nach Ihrer Mitschuld. Falls nein, stellt sich für mich die Frage, ob Sie überhaupt dafür geeignet sind Ihren Verein zu vertreten.

    Ich hoffe wirklich sehr, dass der arme Teufel überlebt. Und ich hoffe, dass Sie endlich Einsicht zeigen und mit Ihrer Klage zurückrudern. Andernfalls bleiben solche Tragödien an der Tagesordnung.

    Ich bitte Euch!! kommt zur Vernunft!!

  5. Auf den zweiten Blick.
    Die Geschwindigkeit sollte den Verkehrsverhältnissen angepasst gewählt werden, leider wird durch pauschale und viel zu niedrig angeordnete Begrenzungen dieser Grundsatz zur Einbahnstraße nach unten.
    Es ist meiner Meinung nach unverantwortlich, die Kinder bei schönem Wetter draußen auf einer viel befahrenen Landstraße spielen zu lassen, insbesondere an Wochenenden, an denen die ganzen Sonntagsfahrer unterwegs sind.
    Völlig unverhältnismäßig sind Streckensperrungen die tausende Bürger rund um die Uhr betreffen, nur damit sich eine Handvoll Anwohner an den wenigen Sommertagen die wir hier in Deutschland haben nicht gestört fühlen.

  6. Ich bin seit kurzem Mitglied im BVDM. Hauptsächlich deshalb, weil ich alles nachvollziehen kann, was gesagt wurde und die einzige Möglichkeit sehe ich, das Problem zu lösen, indem der Gesetzgeber die Lärmbegrenzungen sinnvoll und wirkungsvoll festlegt, das auch kontrolliert und kurzfristig mit Geschwindigkeitskontrollen dem Unwesen Einhalt geboten wird.

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