Kampf um freie Fahrt für Motorräder rund um den Feldberg/ Hochtaunuskreis

Im Frühjahr 2019 kündigte der Landrat des Hochtaunuskreises Ulrich Krebs (CDU) testweise Sperrungen für Motorräder auf beliebten Strecken im Hochtaunuskreis (rund um den Feldberg) an.

06-2019 BVDM organisiert  machtvolle Demonstration

Der „Bundesverband der Motorradfahrer“ (BVDM e.V.) reagierte sehr schnell. Getreu dem Motto „wehret den Anfängen“ organisierte der BVDM im Juni 2019 eine machtvolle Demonstration von Motorradfahrern, verbunden mit einem Musikerlebnis auf dem Feldberg. „Paddy Goes to Holyhead“ spielte „pro Bono“ für die demonstrierenden Biker.

Obwohl der Landrat versprochen hatte die Ergebnisse der testweisen Sperrung offen zu legen, wurde dies bis heute nicht getan.

08-2020 BVDM startet Aktion „Kaffee statt Knöllchen“

Um guten Willen zu zeigen, startete der BVDM e.V. Im August 2020 eine Aktion „Kaffee statt Knöllchen“, bei welcher der BVDM zusammen mit der Polizei und unterstützt durch den Verband motoradfahrender Polizisten „Rennleitung 110“ das Gespräch mit „auffälligen“ Bikern suchte um diese zu rücksichtsvollem Fahren auf zu fordern.

03-2021 „Biker for Freedom“ organisiert Dialog-Demonstration

„Biker for Freedom“ startete  am 27.03.2021 eine dritte sehr gut organisierte Protestaktion auf dem Feldberg gegen Streckensperrungen. In der Form einer Dialog-Demonstration mit der Politik, betroffenen Bürgern und Motorradfahrern. Bei eisiger Kälte und Schneegestöber war der BVDM e.V. wieder vor Ort vertreten, ebenso wie die „Rennleitung 110“, der „Gastronomie und Hotel Verband“ (DEHOGA) sowie mehrere Vertreter von politischen Parteien der Region. Besonders hervor zu heben ist die Bürgermeisterin von Schmitten, einer betroffenen Anrainer-Gemeinde am Feldberg.

Die Bürgermeisterin Frau Krügers, war leider die einzige „Amtsträgerin“. Vermisst haben wir den Landrat ebenso, wie einen „Amtsträger“ der betroffenen Anrainer-Gemeinde Oberursel.  Mit Ausnahme der Bürgervereinigung „B-now-Schmitten“ waren sich alle Redner einig, dass eine Streckensperrung nur für Motorräder nicht in Frage kommt. „B-now“ fordert die Streckensperrung, allerdings hat diese Bürgerorganisation mit 4 von 31 Sitzen im Stadtparlament keine Mehrheit.

03-2021 BVDM sendet „Offenen Brief“ und „Thesenpapier“ an Landrat und Bürgermeister

Der BVDM (vertreten durch den Autor) schlägt vor einen „Runden Tisch“ zur Problemlösung einzurichten. Diesem Vorschlag folgen alle Beteiligten. Die Bürgermeisterin Frau Krügers sagte zu, sich auf der Kreistagsebene um eine solchen „Runden Tisch“ zu bemühen. Zu diesem Zwecke hat der BVDM-Vorstand ein Thesenpapier mit Lösungsvorschlägen erarbeitet. Der Landrat und die beiden Bürgermeisterinnen der Anrainer-Gemeinden an der beliebten Motorradstrecke (Oberursel und Schmitten) haben am 29.03.2021 einen „Offenen Brief“ mit der Aufforderung einen „Runden Tisch“ einzurichten erhalten. Ebenso ein Thesenpapier mit Maßnahmen. Bei den Maßnahmen handelt es sich bewusst um „Thesen“, das heißt wir (der BVDM e.V.) sind offen für Verbesserungen, Ergänzungen und Kritik.  Zur „Kenntnisnahme“ haben wir diese Dokumente auch an alle im Kreistag vertretenen Gemeinden versendet. Ebenfalls an die Presse.

Hier das Thesenpapier und der „Offene Brief“:

Offener Brief-lz

Thesenpapier Reduzierung Motorradlärm Hochtaunus

Hier zwei aktuelle Pressemeldungen:

https://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/motorradfahrer-fordern-weiter-freie-fahrt-zum-feldberg-90265577.html

https://www.usinger-anzeiger.de/lokales/schmitten/dialogaktion-zu-motorradlarm-auf-feldberg-der-grosste-gegner-fehlte_23418151

Dies ist die Strecke, welche von der Sperrung bedroht ist:

6 Gedanken zu „Kampf um freie Fahrt für Motorräder rund um den Feldberg/ Hochtaunuskreis

  1. Viele Strecken im Hochtaunus sind an zahlreichen Wochenenden bis in den Oktober hinein für Motorräder 🏍 gesperrt. Wenigsten gibt es damit einige Tage im Jahr, wo wir Radfahrer 🚴‍♂️ nicht mit 180 km/h von Bikern im 1mAbstand überholt werden. // Liebe Motorradfahrer: Solange viele Eurer Kollegen das 🧠 beim Fahren zu Hause lassen, könnt Ihr protestieren wie Ihr wollt: Ihr werden immer mehr Sperrungen erleben. Und das ist gut so. 👍👍👍🙋‍♂️

    • Lieber Volker Liedtke,
      ich habe zwar noch nie von einem Motorradfahrer gehört, der auch nur auf die Idee gekommen ist auf einer kurvenreichen Landstraße mit 180 km/h einen Radfahrer zu überholen. Das scheitert bei den meisten Motorradfahrern schon am reinen Überlebenswillen. Aber sollte ich einmal, in einem Anfall geistiger Umnachtung, auf solch eine Idee kommen würde ich das natürlich mit dem Auto machen, versprochen! Das ist dann ja nicht so schlimm, jedenfalls würde niemand auf die Idee kommen, die Strecke nur für Autos zu sperren.

      • Hallo Manni,
        wahrscheinlich ist das humorvoll von dir gemeint und Humor ist wichtig, keine Frage! Falls Du jemals auf extrem rücksichtslose und riskante Weise überholt wurdest, würdest Du über Volkers Beitrag nicht spotten. Die Raser erschrecken die anderen Verkehrsteilnehmer zu Tode und riskieren, dass diese gefährliche, unbedachte Fahrmanöver machen – da ist der Raser schon selbst am Überholten vorbei. Mir passiert das immer wieder, ohne dass ich besonders langsam fahre. Es ist tatsächlich egal, welche fahrzeugtypen daran beteiligt sind – es ist immer gefährlich, es ist immer sehr unsportlich und sehr rücksichtslos! Es sind die rasenden Biker, die den Ruf aller Biker über Jahre versaut haben und euch die Fahrverbote beschert haben. Das ist schade, aber diejenigen Radler, Autofahrer, Fußgänger, die sicher unterwegs sein wollen, sind jedenfalls nicht daran schuld!

  2. „Kampf“ – damit ist doch die Haltung schon klar und sie ist schrecklich! Wenn dir nach kämpfen ist, Rainald, dann mach das bitte gegen deine Pfunde oder gegen deine demokratiefeindlichen Fantasien, aber bleib bitte daheim! Wir wollen, dass der Taunus friedlich bleibt und erholsam. Letztlich willst Du gegen die Naturgesetze ankämpfen: Bedingungen unter denen Lärm entsteht; Bedingungen, die zu (negativen) Beschleunigungsenergien führen, die ein menschlicher Körper nicht überleben kann; Bedingungen, die auf aktives Leugnen der Kliamkrise aufbauen, weil es total gaga ist, weiterhin fossile Energie zum Zeitvertreib zu verplempern und das dann euphemistisch als „freie Fahrt“ zu beschreiben. Diese Kämpfe kannst Du und niemand sonst gewinnen – es wäre sinnvoll, das anzuerkennen und Frieden zu schließen mit der Natur und deinen Mitmenschen!

    • Danke Bodo, du bringst es auf den Punkt! „Der größte Gegner fehlte…“ auch so ein Produkt einer total verzerrten Wahrnehmung. Gewählte Mandatsträger/innen sind keine „Gegner“, schon gar nicht die „größten Gegner“. Aus zwei Gründen: Die Lokalpolitiker sind nicht gegen, sondern für das Allgemeinwohl zuständig, das in Schutz und Ruhe, Sicherheit und Nachhaltigkeit (auch bezogen auf die öffentlichen Ausgaben für die Verkehrsraumüberwachung!) besteht. Zweitens sind die größten Gegner der regelkonformen Biker die Ignoranten auf Rennmaschinen, die sich völlig unfair, völlig unsinnig, völlig unsicher, völlig egoistisch verhalten. Das hat Alex schon formuliert. Nur weil die Idioten beim Orttermin nicht auftauchen, muss der bvdm nicht einfach neue Sündenböcke schaffen und in der Öffentlichkeit gegen demokratisch gewählte Entscheider/innen polemisieren.

  3. Humorvoll ja, aber auch ernst. Ich bin schon mit meinem Motorrad einige Male brutalstmöglich und rücksichtslos überholt worden, meist von Autos. In einem Fall Überholte mich ein Audi in einer Kurve. Als er auf meiner Höhe war öffnete er seine Auspuffklappe und startete seinen Soundgenerator. Plötzlich ertönte unmittelbar neben mir ein Gebrüll wie bei einem Formel 1-Rennen. Beinahe wäre ich vor Schreck den Hang hinabgestürzt. Der Audi bahnte sich dann rücksichtslos weiter seinen Weg durch die übrigen Verkehrsteilnehmer. Es waren zwar keine 180 km/h aber deutlich schneller wie die erlaubten 70. Dafür war aber der Abstand deutlich geringer wie 1m und das an einer unübersichtlichen Kurvenstrecke im Sauerland. Ich verstehe also Herrn Liedtke sehr gut und wollte ihn auch nicht verspotten. Ich habe aber kein Verständnis für einseitige Streckensperrungen. Alle Verkehrsteilnehmer die sich so benehmen wie Herr Liedtke es schildert haben auf öffentlichen Straßen nichts verloren. Ich meine aber ALLE und nicht nur die Motorradfahrer. Es ist schlimm genug, dass auch es unter uns Motorradfahrern solche Idioten gibt aber deswegen alle Motorradfahrer zu verurteilen ist nicht richtig. Streckensperrungen empfinde ich als zutiefst beleidigend weil man mich, nur weil ich Motorrad fahre, mit diesen Idioten automatisch auf eine Stufe stellt.

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