Stellungnahme zur Eintragungspflicht von Rad-/Reifenkombinationen

Im „Verkehrsblatt“ 15-2019, dem Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), wurde am 15. August 2019 eine neue Regelung hinsichtlich der Zulässigkeit von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern veröffentlicht. Diese besagt, dass wer eine andere Reifengröße fahren möchte, als in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist, dies in Zukunft prüfen und eintragen lassen muss.

Mehr Aufwand ohne Nutzen

Bisher war die Nutzung einer anderen Reifengröße in vielen Fällen mit einer Unbedenklichkeitsbescheinigung des jeweiligen Reifenherstellers möglich. Diese Möglichkeit entfällt zukünftig. Wird dann eine nicht eingetragene Reifengröße verwendet, könnte damit im konkreten Einzelfall die Betriebserlaubnis eines Kraftrades erloschen sein. Eine Begutachtung seitens einer technischen Prüfstelle wird deswegen nach der neuen Vorgabe des Verkehrsministeriums zukünftig zwingend erforderlich. Für diese strengeren Regeln gibt es eine Übergangsphase. Die neue Regelung gilt zunächst für Reifen, die nach dem 31.12.2019 produziert werden. Reifen, die bis zu diesem Stichtag hergestellt wurden, dürfen vorerst auch weiterhin nach der alten Regelung (mit Unbedenklichkeitsbescheinigung) genutzt werden. Trotzdem kann es bei der nächsten Hauptuntersuchung zu Problemen kommen, da das Fahrzeug im Sinne der StVZO nicht völlig regelkonform ist. Ab dem 01.01.2025 gilt die neue Regelung dann für alle Reifen, auch ältere Reifen sind dann nicht mehr einsetzbar.

Der BVDM hält diese neue Regelung für unnötig im Sinne der Verkehrssicherheit und fordert die Beibehaltung der aktuellen Regelungen.

Der Kritik der Verbände IVM, WDK und BRV schließen wir uns an. Der derzeitige Aufwand, den Reifenhersteller betreiben, um die Sicherheit verschiedener Rad-/Reifenkombinationen sicherzustellen, trägt seit vielen Jahrzehnten zur Verkehrssicherheit bei. Als Verbraucherschutzorganisation ist es uns besonders wichtig zu betonen, das eine Änderung der bestehenden Regelung keineswegs mit einer Verringerung des Aufwands für die Hersteller einher ginge und damit die Kosten für die zusätzliche Eintragung nur weiter zu Lasten bei Fahrzeughalter gehen würden.
Link zu „Bike und Business“ zur Info

Es gibt eine Vielzahl von eingetragenen Reifengrößen, besonders bei älteren Motorrädern, die in diesen Dimensionsbezeichnungen nicht mehr produziert werden. Diese werden, teilweise seit Jahrzehnten, mit Unbedenklichkeitsbescheinigungen für andere Reifendimensionen bewegt ohne dass es Sicherheitsprobleme gab. Die neue Regelung verursacht für die Nutzer dieser Fahrzeuge unnötige und nicht gerechtfertigte Kosten ohne eine Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Weitere Links zur Info:

Mopedreifen

Motorradonline

Tourenfahrer

Frag den Staat

Verkehrsblatt – kostenpflichtig

9 Gedanken zu „Stellungnahme zur Eintragungspflicht von Rad-/Reifenkombinationen

  1. So kann man auch ältere Motorräder loswerden. Wenn die Reifendimensionen nicht mehr produziert werden. Und trotzdem hole ich mir kein Elektromotorrad(so wie gerne gewünscht)🤘🤘

  2. Da steckt eine andere Idee dahinter, Bürger triezen und alles verteuern. Nach meiner Kfz Zulassungsstelle (Life Ausspruch), „scho wieder a Moped, die gehören alle verboten“, wollen sie uns nur loswerden, zu gefährlich und für nichts nutze.

  3. Andere Regelungen bringt unser Verkehrsminister nicht hin( Autobahngebüren) und gibt viel Geld aus darum sollen wir Privaten auch Euros rausschmeißen was nichts bringt

  4. Die Sache ist schlimmer als hier dargestellt. Die sinnlosen TÜV Kosten entstehen nicht nur bei anderer Reifengröße. Der Entfall der Reifenbindung gilt nur für neuere Motorräder mit EU-Betriebserlaubnis (ab ca. 2003). Bei den alten Modellen mit nationaler Betriebserlaubnis bleibt die Reifenbindung bestehen, gleichzeitig reicht eine Reifenfreigabe aber nicht mehr aus. Da die alten Reifen nicht mehr lieferbar sind in künftig für jeden neuen Reifentyp eine Abnahme beim TÜV erforderlich.
    Probleme entstehen auch bei neuen Reiseenduros. Hier werden oft Grobstoller gefahren die zwar die gleiche Größe haben aber in Diagonalbauweise und/oder mit niedrigerem Geschwindigkeitsindex als in der Zulassung gefertigt werden. Bislang reicht hier die Reifenfreigabe des Reifenherstellers in Zukunft ist ein Besuch bei TÜV und Zulassung erforderlich. Beispiel Heidenau K60 Scout auf der GS.

    Das ganze ist eine reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Prüforganisationen.

  5. Der BVDM möchte das Thema intensiver Aufgreifen. Daher suche ich Beispiele auf die diese Neuregelung zutrifft.
    Auf einem (älteren) Motorrad wird ein Reifen mit Freigabe des Reifenherstellers gefahren, der in der Größenbezeichnung abweicht von den in den Papieren eingetragenen Reifengrößen. Dabei ist es unerheblich ob die Reifendimension leicht abweicht oder nur die Reifenbezeichnung geändert wurde 1998 mit Einführung der ECE R 75.
    Wichtig ist, es muss eine Freigabe des Reifenherstellers für diesen Reifen auf dem genutzten Motorrad vorliegen.
    Der Motorradhersteller ist dabei egal.
    Nicht gesucht sind Beispiele für eine Reifenfabrikatsbindung. Das bedeutet es werden Reifen genutzt in der gleichen Dimension wie in den Papieren eingetragen, aber von einem anderen Hersteller als in den Papieren vorgegeben.

    Super wäre es auch entsprechende Belege (Fahrzeugschein mit Reifengröße und Kopie der Herstellerfreigabe) als pdf oder jpg Datei zu erhalten.
    Alle persönlichen Daten (Name, Adresse), Kennzeichen und auch die letzten Stellen der Fahrzeugident.Nr. dürfen dabei gerne geschwärzt oder unkenntlich gemacht sein.

    Beispiele, gerne mit persönlichen Erläuterungen, an den zweiten Vorsitzenden des BVDM per Mail an olaf(punkt)biethan(ät)bvdm(punkt)de
    Siehe auch: https://bvdm.de/kontakt.php

    • Warum geht der BVDM diesen Weg, Einzelfälle zu dokumentieren?

      Diese Forderungen müssen sein:
      – Gleichwertige metrische Größen zu den eingetragenen zölligen Größen dürfen ohne Weiteres montiert werden.
      – Wurde eine Reifengröße von einem Sachverständigen abgenommen und wurde in die KFZ-Papiere eingetragen, gilt diese Größe automatisch auf allen baugleichen Fahrzeugen als genehmigt und darf ohne Weiteres montiert werden. Eine entsprechende Liste wird öffentlich einsehbar beim KBA geführt.
      – die bisherigen Freigaben der Reifenhersteller bleiben gültig
      – die Herstellerbindung in den Fahrzeugpapieren entfällt.

  6. Ein Thema, bei dem man sich richtig aufregen kann….
    Ich kann einfach nicht verstehen, warum nicht öfter bei bloßer Vernunft bleiben kann.
    Einfach unnötig.

    Der Beitrag aber ist Spitze 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.